Unterwegs
Buddhas Ruhe
Ein meditativer Spaziergang durch das Nepal Himalaya Park in Wiesent bei Regensburg
Die Götter sind anwesend. Zwischen den Glockenblumen und Farnen sitzend beobachten sie die Fußgänger. An der Wegbiegung ein Steinkopf einer schlafenden Frau. Durch ihre moosbewachsene Ruhe zwingt sie die Besucher, auch ruhig zu werden. Am Weiher ruht eine Buddha-Statue. Die Hände gefaltet, die Ohrläppchen entspannt, eine große Tanne gibt ihm Rückendeckung. Wer sich Zeit und Platz auf der Bank gegenüber nimmt, erlebt, wie die Gedanken verschwinden.
Die Bank ist aus Stein, man fühlt die Unebenheiten. Sie ist wie das Leben: Man darf – und soll! – sich ausruhen, dann geht es weiter. Zwischendurch ertönt ein Gong. Er ruft nicht. Er sagt: „Bleib hier. Bleib bei mir. Bleib bei dir." Die Vergangenheit und die Zukunft existieren gerade nicht, fühle die Gegenwart.
Doch die meisten Besucher eilen vorbei:
Freunde, verliebte Pärchen – und auch Menschen,
die die Liebe verloren haben.
In diesem Garten ist sie aber überall präsent.
Hier wurde jeder Meter, nein Zentimeter, mit Bedacht bepflanzt. In Demut vor der Harmonie der Natur. Die stadtmüden Augen können die Schönheit und die Vielfalt gar nicht erfassen – und fassen. In den dunkelbraunen Holzrahmen sind Figuren verewigt. Wessen Hände haben hier selbst den hintersten Winkel bearbeitet? Dort entdeckt man nackte Mädchen, die sich umarmen. Feuerspeiende Drachen. Tanzende Katzen. Und immer wieder Buddha, der uns nirgendwo allein lassen möchte.

Ein Wasserfall purzelt die Steine herunter – als Erinnerung: Alles endet in der Erde. Unvermeidlich. Also zählt der Moment, das wir Leben nennen. Mitten im Pflanzenmeer zwei Stühle. Rechts ist besetzt – ein barfüßiges Mädchen mit einem Vogel auf der Schulter hat dort Platz genommen und ist für immer erstarrt. Wer sich auf den freien Platz daneben setzt und die gleiche Haltung einnimmt, blickt auf ihre Welt: Grün in allen Schattierungen. Leben. Schönheit.
Made on
Tilda